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Berlin ist Deutschlands Stauhauptstadt

  • Berliner Autofahrer verbringen mehr als sechs Tage im Stau
  • München und Hamburg auf Platz 2 und 3 der Stau-Rangliste
  • Positive Entwicklung der Verkehrssituation in Städten wie Stuttgart und Nürnberg


München, 12. Februar 2019 –
Deutsche Autofahrer verbringen durchschnittlich mehr als 120 Stunden im Stau. Laut den neuen Ergebnissen der 2018 Global Traffic Scorecard des Verkehrsinformationsanbieters INRIX, die jährlich Stau- und Mobilitätstrends in mehr als 200 Städten und 38 Ländern identifiziert und bewertet, müssen die Berliner besonders viel Geduld auf den Straßen aufbringen – sie opfern insgesamt 154 Stunden ihrer Zeit im Jahr dem Verkehr. Auf den Plätzen 2 und 3 der staureichsten Städte Deutschlands 2018 liegen München und Hamburg, mit 140 beziehungsweise 139 Stunden verlorener Zeit im Stau. Mit deutlichem Abstand von ca. 30 Stunden folgen weitere Großstädte wie Leipzig, Stuttgart, Nürnberg und Frankfurt.

Die hohen Zeitverluste bedeuten auch eine große finanzielle Belastung. Die direkten Kosten, die durch Staus verursacht wurden, belaufen sich auf bis zu 1.340 Euro in Berlin, 1.218 Euro in München und 1.212 Euro in Hamburg pro Autofahrer. Dahinter folgen wiederum Leipzig, Stuttgart, Nürnberg, Frankfurt und Bonn mit Kosten über 900 Euro. Dank einer neuen Methodik bietet die aktuelle Traffic Scorecard noch aussagekräftigere Zahlen, beispielsweise zur Durchschnittsreisegeschwindigkeit zur Hauptverkehrszeit in den Innenstädten.

Eine erfreuliche Erkenntnis: Trotz des weiterhin hohen Verkehrsaufkommens hat sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr verbessert – im deutschlandweiten Durchschnitt um mehr als sechs Prozent. Vor allem Stuttgart zeigt sich hier diesmal als positiver Vorreiter: Zwar liegt die baden-württembergische Landeshauptstadt noch immer unter den Top 10 der deutschen Stau-Städte, allerdings hat sich die Stauzeit um beachtliche elf Prozent reduziert. Auch Nürnberg und Düsseldorf konnten den Zeitverlust im Verkehr überdurchschnittlich einschränken, um ebenfalls elf beziehungsweise neun Prozent.

Trotz des leichten Rückgangs des Verkehrsaufkommens gibt es aber noch viel zu tun, um den Verkehrsfluss in den Städten dauerhaft zu verbessern, meint Trevor Reed, Transportation Analyst bei INRIX: „Auch in den nächsten Jahren werden Staus schwerwiegende Folgen für die deutsche Wirtschaft und die Bevölkerung haben. Wenn wir diese Belastungen reduzieren wollen, müssen wir in intelligente Verkehrssysteme investieren.“

Tabelle 1: Die zehn am dichtesten befahrenen Städte Deutschlands 2018 

2018 Ranking

 

 

Stadt

 

 

 

Zeitverlust im Stau in Stunden

 

Veränderung von

Jahr zu Jahr

 

Innerorts letzter Kilometer -Reisezeit (Minuten) Innerorts
letzter Kilometer- Geschwindigkeit (km/h)
Staukosten pro Fahrer

 

 

1 Berlin 154 -5 % 3 18 € 1.340
2 München 140 -3 % 3 18 € 1.218
3 Hamburg 139 -3 % 3 19 € 1.212
4 Leipzig 108 -4 % 3 18 € 941
5 Stuttgart 108 -11 % 2,5 21 € 938
6 Nürnberg 107 -11 % 3 21 € 937
7 Frankfurt 107 -8 % 4 18 € 935
8 Bonn 104 -5 % 4 18 € 911
9 Düsseldorf 100 -9 % 2,5 22,5 € 874
10 Köln 99 -7 % 2,5 21 € 867


Dichter Verkehr und stundenlange Verspätungen
Was auf den Tag gerechnet vielleicht nur einige Minuten kostet, summiert sich im Jahr schnell auf mehr als einen Tag. Autofahrer, die regelmäßig auf der Strecke vom Berliner Tempelhof bis zum Halleschen Tor über die Bundesstraße 96 fahren, verspäten sich aufgrund hoher Verkehrsdichte täglichen bis zu sieben Minuten und jährlich bis zu 28 Stunden in der Hauptstadt. Auch auf dem Hamburger Straßenabschnitt von der „Hittfelder Landstraße“ zu „Bei den Mühren“ über die Bundesstraßen 4 und 75 ist täglich mit vielen Extra-Minuten zu rechnen. Insgesamt liegen sieben der zehn am dichtesten befahrenen Straßenabschnitte Deutschlands in Berlin und Hamburg. Die übrigen drei Plätze belegen Köln und Frankfurt – am Kreuz B55/B9 auf der Strecke zwischen „Roonstraße“ und „Turiner Straße“ in Köln sowie am „Schwanheimer Ufer“ zwischen der Europabrücke und Friedensbrücke in Frankfurt beträgt die Verspätung 17 beziehungsweise zehn Stunden im Jahr.

Tabelle 2: Die zehn am dichtesten befahrene Straßenabschnitte Deutschlands 2018

2018 Ranking Stadt

 

Straßenname

 

Von

 

Bis

 

Tägliche Verspätung (Minuten) Jährliche Verspätung (Stunden)
1 Berlin B96 Tempelhof Hallesches Tor 7 28
2 Hamburg B4/B75 und B4 Hittfelder Landstraße Bei den Mühren 6 23
3 Berlin

 

Budapester Str., Übergang in Tiergartenstraße Lietzenburger Sraße Ebertstraße

 

6

 

22

 

4 Köln Kreuz B55/B9 Roonstraße Turiner Straße 4 17
5 Berlin Skalitzer Str., Übergang in B96a Kottbusser Tor B1 4 16
6 Berlin Greifswalder Straße Potsdamer Platz Danziger Straße 4 15
7 Hamburg Mittelweg Harvestehuder Weg Gänsemarkt 4 14
8 Hamburg

 

Spalding Straße, Übergang in B5 A1

 

Deichtorplatz

 

3

 

10

 

9 Frankfurt Schwanheimer Ufer Europabrücke Friedensbrücke 3 10
10 Frankfurt

 

B521, Übergang in B3

 

Frankfurt-Friedberger Landstraße Bleichstraße

 

3

 

10

 


Deutschland im globalen Stau-Ranking
Im internationalen Vergleich ist die kolumbianische Hauptstadt Bogotá die staureichste Stadt mit dem höchsten Zeitverlust – insgesamt 272 Stunden für jeden Autofahrer pro Jahr. Auf den folgenden Plätzen liegen Rom, Dublin und Paris, auch hier fallen fast oder sogar über zehn Tage Zeitverlust für jeden Autofahrer im Jahr an. Deutschlands Stauhauptstadt Berlin landet im weltweiten Vergleich nur auf Platz 40, München und Hamburg sind sogar erst auf den Plätzen 58 und 60 gelistet.

 Tabelle 3: Die zehn am dichtesten befahrene Städte weltweit 2018

2018 Rank

 

Stadt

 

Land

 

Region

 

Zeitverlust im Stau in Stunden Veränderung von

Jahr zu Jahr

1 Bogotá Kolumbien Südamerika 272 -5 %
2 Rom Italien Europa 254 16 %
3 Dublin Irland Europa 246 -4 %
4 Paris Frankreich Europa 237 7 %
5 Rostow am Dom Russland Europa 237 1 %
6 London Großbritannien Europa 227 1 %
7 Mailand Italien Europa 226 6 %
8 Bordeaux Frankreich Europa 223 12 %
9 Mexiko Stadt Mexiko Südamerika 218 3 %
10 Moskau Russland Europa 210 -12 %

 

Die Nutzung von Verkehrsdaten ist ein erster Schritt, um Verkehrsstaus besser in den Griff zu bekommen. Die Nutzung großer Datenmengen zur Schaffung intelligenter Verkehrssysteme kann ein Schlüssel zur Lösung urbaner Mobilitätsprobleme sein. INRIX Daten und Analysen zu Verkehr, Parken und Bevölkerungsbewegungen helfen Stadtplanern und Ingenieuren, datenbasierte Entscheidungen zu treffen, um Ausgaben zu priorisieren, die Planung zu verbessern und Kosten zu senken.

Die Erkenntnisse der INRIX 2018 Traffic Scorecard unterstützen Regierungen und Städte auf der ganzen Welt bei der Messung der Fortschritte bei der Verbesserung der städtischen Mobilität. Zudem helfen sie, die Auswirkungen von Ausgaben für Smart-City-Initiativen zu verfolgen.

Weitere Informationen finden Sie unter https://inrix.com/scorecard/, wie zum Beispiel:

  • den 2018 Global Traffic Scorecard Report mit Rankings für Deutschland, Großbritannien und die USA
  • eine globale Infografik
  • eine interaktive Webpage mit Daten und Informationen zu mehr als 200 Städten in 38 Ländern
  • die gesamte Methodologie

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